Andrang beim Obstbaumsommerschnitt

Rund 40 Gartenliebhaber verfolgten in Langwalln bei Familie Pichlmeier die Erklärungen des Baumwarts Richard Meier vom Verein für Gartenbau und Landespflege Velden zum Obstbaumsommerschnitt. Nach kurzer Vorstellung des Sinns eines Sommerschnitts und des optimalen Arbeitsgeräts: kleine und große Astschere, Baumsäge und Hochentaster, ging es an die praktische Arbeit. Der Einsatz eines Hochentasters reduziert die Notwendigkeit im Baum herumzukraxeln und damit die Gefahr herabzustürzen. Auch die Handhabung der Schere will gelernt sein: So soll der feststehende Teil am abzuschneidenden Ast anliegen, um am verbleibenden Ast keine Wunde zu setzen. Wichtig ist, dass ein Sommerschnitt vor Mitte August durchgeführt wird, damit die gesetzten Wunden in sommerlicher Wärme gut heilen können. Es geht darum, nicht mehr ganz jungen Bäumen etwas die Kraft für übermäßigen Austrieb im Frühjahr zu nehmen. Die abgeschnittenen Zweige liefern im Herbst keinen Saft in die Wurzeln; im Frühjahr fällt damit der Neuzuwachs schwächer aus. Schneidet man nur im Winter, so macht sich die in den Wurzeln gespeicherte Kraft in vielen Wassertrieben Luft. Damit werden dann auch das Licht und der Platz in der Krone knapp. Schließlich sollte man durch die Apfelbaumkrone einen Hut werfen können, will man nicht viele kleine Früchte sondern echt große Äpfel ernten. Angst vor zu starkem Schnitt ist nicht angebracht, denn es reichen tatsächlich rund 10 Blätter, um einen ordentlichen Apfel zu bilden. Nach einer knappen Stunde war es den vielen Händen mit Werkzeugen gelungen, den bearbeiteten Baum so licht werden zu lassen, dass es dem Eigentümer immer unheimlicher wurde, und er zu zweifeln begann, ob auch von seinem schönen Baum wirklich genug übrig blieb. Dies war dann der Zeitpunkt, den Schnitt zu beenden und sich im schönen Pichlmeier Hof zu stärken. Die kleine Brotzeit wurde durch gleichmäßiges Hämmern beim Dengeln von Sensen untermalt. Opa Georg Pichlmeier demonstrierte, dass er auch Sensen, die mit einer Flex unbrauchbar gemacht worden waren, noch retten kann (die Hitze beim Flexen zerstört das weiche Stahlblech einer Sense). So trafen sich Jung und Alt, hatten etwas gelernt und traten zufrieden den Heimweg an. Zurück blieben die abgeschnittenen Zweige, die im Sommer allerdings wegen Ihrer vielen Blätter nur mühsam zu entsorgen sind.

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